Stefanie Hanser erhält Sonderpreis

Das Streben nach Perfektion bestimmt unser Leben. Ob Schönheit, Ausstrahlung oder berufliche Karriere. Am besten 100%ig, perfekt muss es sein. Da stellt sich unweigerlich die Frage: Was macht eigentlich einen Menschen zum Perfekten? Dieser Frage ging auch die Gewinnerin unseres Sonderpreises nach. Sie beschäftigte sich mit dem Begriff ‚Hybrid‘, der so viel bedeutet wie etwas Gekreuztes oder Vermischtes‚ aus verschiedenartigem zusammengesetzt‘ oder ‚von zweierlei Herkunft‘. Immer geht es beim Thema Hybrid darum, die bestmöglichen Eigenschaften miteinander zu vereinen und ein neues, besseres – mit anderen Worten perfektes Produkt zu erschaffen

Alles strebt also nach dem Perfekten. Aber was macht etwas oder Jemanden perfekt? Was macht der Mensch um perfekt zu sein? Was nimmt der Mensch auf sich, um in seinen Augen das perfekte Erscheinungsbild zu erreichen? Bei ihrer Recherche ist Stefanie Henser beim Thema Schönheitsoperationen angekommen. Ihr Schuhentwurf trägt bewusst den Titel ‚imperfect‘. Die Formgebung ist durch die am häufigsten operierten Körperteile entstanden: Nase, Lippen, Haut, Brüste, Po. Das Farbkonzept lehnt sich an verschiedene helle und dunklere Hauttöne an, kombiniert mit einem Grauton und Anthrazit. Die Materialauswahl schafft Spannung in Optik und Haptik. Latex in flüssiger und fester Form wird mit Veloursleder kombiniert. Kontraste sind Stil bestimmend: Das Naturprodukt Latex kann kalt, straff und glänzend sein. Das Veloursleder hingegen ist warm, weich und matt. Inspiriert von Silikonkissen kreierte Stefanie Hanser außerdem mit Mehl gefüllte Latexkissen, die als softe Einlage im Sohlen- und Fersenbereich dienen.

Die Jury ist sich einig: die Idee hinter dem Entwurf und das Zusammenspiel von modischen und funktionellen Elementen machen die Modelle von Stefanie Hanser zu etwas ganz Besonderem: bewusst „unperfekt“, ausgefallen und mit außergewöhnlichem Komfort.