Aus- und Weiterbildung

Modern und traditionell. Innovativ und dynamisch. Die Schuh- und Lederwarenindustrie ist eine spannende Branche. Sowohl die Schuh- als auch die Taschenmode unterliegt ständigen Veränderungen.
Eine Ausbildung in der Schuh- und Lederwarenindustrie ist deshalb abwechslungsreich, kreativ und zukunftssicher.


Neugierig geworden?

Schule fertig – und nun?

Berufsausbildung, Studium, Praktikum, freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr? – Viele verschiedene Möglichkeiten warten nach dem Schulabschluss auf eine Entscheidung. 

Worauf kommt es an?

Berücksichtigt man ausschließlich die Arbeitsmarktchancen, vernachlässigt man häufig die wichtigste Grundlage bei der Berufswahl: seine eigenen Fähigkeiten, Talente und Wünsche.

Die Berufe der Schuh- und Lederwarenindustrie bieten eine breite Vielfalt an interessanten Tätigkeiten. Ob handwerklicher Beruf, Verkauf, Mode oder Design - in allen Bereichen gibt es verschiedene Ausbildungsberufe und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Unter der industriellen Schuhbranche ist die serienmäßige Herstellung von Schuhen zu verstehen. Unter dem Begriff Lederwaren fasst man die fertigen Produkte wie Taschen, Portemonnaies, Etuis, Koffer usw. zusammen.

  • Berufsbilder
  • Bildungseinrichtungen

Welche Ausbildungsberufe gibt es in der Schuh- und Lederwarenbranche?

Schuhe:

• Ausbildung zum Schuhfertiger
• Weiterbildung zum Industriemeister Fachrichtung Schuhfertiger
Techniker Fachrichtung Schuhtechnik mit dem
• Schwerpunkt Betriebstechnik oder
• Schwerpunkt Modellgestaltung

Lederwaren:

• Ausbildung zum Sattler der Fachrichtung Feintäschnerei
• Weiterbildung zum Sattler- und Feintäschnermeister

Leder:

• Ausbildung zur Fachkraft für Lederverarbeitung
• Fachhochschule
: Studium „Produkt- und Prozess-Engineering - Lederverarbeitung und Schuhtechnik", Bachelor of Engineering

Tätigkeiten in den Berufen der Schuh- und Lederwarenindustrie:

Planen, Organisieren, Handwerken, weltweites Reisen, Gestalten und Herstellen von Schuhen, Taschen, Accessoires, wie z.B. Portemonnaies und Etuis. Verhandeln mit Geschäftspartnern auf Messen, vor Ort bei den Zulieferern oder in Asien, Südamerika - einfacher gesagt weltweit.

Für die Herstellung von Polster- und Autositzbezügen gibt es den Ausbildungsberuf des Sattlers der Fachrichtung „Fahrzeugsattlerei“. Für die Herstellung von Produkten, die beim Umgang mit Tieren eingesetzt werden, wie z. B. Reitsättel, gibt es den Ausbildungsberuf des Sattlers der Fachrichtung „Reitsportsattlerei“.

Auch ein Hochschulstudium wird angeboten. An der Fachhochschule kann man den Studiengang „Lederverarbeitung und Schuhtechnik - Produkt- und Prozess-Engineering“ mit dem Bachelor of Engineering erfolgreich beenden.

Neugierig geworden? Im Internet unter www.berufenet.de, bei Unternehmen aus der Branche oder bei der Bundesagentur für Arbeit erfahren Sie alles, was Sie wissen möchten.

Schuhfertiger/in

Was sind die Aufgaben des Schuhfertigers?

In der Ausbildung zum Schuhfertiger lernen Sie, wie ein Schuh hergestellt wird.
Dazu gehören folgende Fähigkeiten:
• Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen,
• Beurteilen, Auswählen und Einsetzen von Materialien und Werk- und Hilfsstoffen nach Verwendungszweck und Wirtschaftlichkeit,
• Entwickeln von Modellen und Leisten,
• Zuschneiden und Stanzen, Vorrichten, Steppen/Nähen,
• Vorbereiten von Bodenteilen,
• Montieren von Schuhen.
• Reinigen und Polieren der fertigen Schuhe.
• Verkaufs- und Versandfertigmachen von Schuhen.

Die einzelnen Arbeitsschritte werden teilweise manuell, aber auch mit Maschinen ausgeführt. Neben den praktischen Fähigkeiten gehören auch theoretische Kenntnisse, wie z.B. über Materialeigenschaften- und Ledersorten, zum Berufsbild.

Außerdem: Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz und das Sichern von Qualitätsstandards.

Schuhfertiger arbeiten vorwiegend in der industriellen Schuhindustrie und produzieren Schuhe in Serie, z. B. Damen-, Herren-, Kinderschuhe, Berg- und Wanderschuhe, Reitstiefel und Sicherheitsschuhe.

Wie lange dauert die Ausbildung und was verdient man?

• 3 Jahre in Betrieb und Berufsschule
• Das Ausbildungsgehalt im 1. Ausbildungsjahr beträgt über 600 €/Monat. Die aktuelle Gehaltsentwicklung können Sie unter www.berufenet.de abrufen.

Wo kann man den Beruf erlernen?

In Unternehmen, die ganze Schuhe oder Teile von Schuhen herstellen.

Im Betrieb erwerben die Auszubildenden praxisbezogene Kompetenzen im realen Arbeitsumfeld. An 1 bis 2 Tagen pro Woche oder im Blockunterricht absolvieren die Auszubildenden die Berufsschule.

Was muss man mitbringen?

Die meisten Unternehmen erwarten einen mittleren Schulabschluss (Real- oder Hauptschule).

Worauf kommt es an?

• Sorgfältiges Handwerken
• Technisches Verständnis zum Maschinen einrichten und bedienen.
• Mathematik, um Materialmengen zu planen und Verbräuche zu berechnen.
• Kreatives und selbstständiges Arbeiten
• Verantwortungsbewusstsein, Engagement, Teamfähigkeit

Gibt es Alternativen oder Weiterbildungsmöglichkeiten?

Als Schuhfertiger kann man sich zum Industriemeister der Fachrichtung Schuhfertigung  oder zum Techniker der Fachrichtung „Schuhtechnik Betriebstechnik“ und Techniker der Fachrichtung „Schuhtechnik Modellgestaltung“ bzw. Schuhmodelleur weiter qualifizieren. Schließlich ist auch das Studium der Lederverarbeitung und Schuhtechnik an einer Fachhochschule mit dem Abschluss Bachelor of Engineering möglich.

Ähnlich ist die Ausbildung zum Schuhmacher und Orthopädieschuhmacher. Auch die Ausbildung zum Sattler gehört in diese Berufsgruppe.

Mehr Infos unter
http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=3513

Industriemeister/in der Fachrichtung Schuhfertigung

Was macht man als Industriemeister?

Der Industriemeister koordiniert, plant, überwacht und optimiert die Arbeitsabläufe in der Fabrik. Aus Modellentwürfen entwickelt er die Produktionsunterlagen für die Serienfertigung.

Er plant und steuert den Einsatz von Arbeitskräften und von Betriebsmitteln, wie Zuschneide- und Stanzautomaten sowie Näh-, Zwick- und Klebemaschinen. Hinzu kommt die Bereitstellung der benötigten Materialien sowie die Qualitätsprüfung des Warenein- und ausgangs – also der Materialien, die verarbeitet werden, und das entstandene Endprodukt. Weiter ist er für die Überprüfung und Instandhaltung der Maschinen und Anlagen verantwortlich sowie für die Einhaltung und Durchführung der Arbeits-, Brand-, Gesundheits- und Umweltschutzmaßnahmen.

Der Industriemeister berücksichtigt auch betriebswirtschaftliche Zusammenhänge, wie z. B. das Einhalten der vorgegebenen Budgets und Termine.

Schließlich wirkt der Meister auch in der Aus- und Weiterbildung und der Einarbeitung von Mitarbeitern mit.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Industriemeister?

Die Ausbildung dauert ca. 2 Jahre und kann in Vollzeit oder Teilzeit stattfinden. Verschiedene Unterrichtseinheiten in Absprache mit dem Arbeitgeber und der Ausbildungseinrichtung sind möglich.

Wo arbeitet man als Industriemeister?

Überwiegend in der Schuhindustrie, d. h. in Unternehmen, die Schuhe oder Schuhteile herstellen. Der Industriemeister überwacht die Arbeitsleistung, überprüft im Labor die Qualität, plant mit dem PC die Produktion und wickelt andere organisatorische Aufgaben ab.

Was muss man mitbringen?

Um Industriemeister der Fachrichtung Schuhfertigung zu werden, wird eine abgeschlossene Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf, der der Fachrichtung des Schuhfertigers entspricht, sowie Berufspraxis vorausgesetzt. Vor der letzten Prüfung zum Industriemeister muss der Erwerb der berufs- und arbeitspädagogischen Eignung nachgewiesen werden.

Was beinhaltet die Weiterbildung zum Industriemeister?

Die Weiterbildung besteht aus dem fachrichtungsübergreifenden und dem spezifischen Teil.

Im übergreifenden Teil werden kosten- und rechtsbewusstes Handeln sowie Grundlagen für die Zusammenarbeit in einem Betrieb behandelt.

Im spezifischen Teil werden Mathematik und Naturwissenschaften, Technologien der Werkstoffe, Betriebs- und Fertigungstechnik, Arbeitssicherheit und Umweltschutz geschult.

Mehr Infos unter
http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=6270

Techniker/in der Fachrichtung Schuhtechnik - Schwerpunkt Betriebstechnik

Was macht man als Techniker mit Schwerpunkt Betriebstechnik?

Als Schuhtechniker der Fachrichtung Betriebstechnik können Sie z.B. die Fertigungsabteilung in einer Schuhfabrik leiten und überwachen. Dazu gehört das Optimieren der Produktionsabläufe. Sie planen den Einsatz von Personal und Maschinen und sind zuständig für die Materialbestellung und die Koordinierung der Zulieferbetriebe.

Ergänzend sind Sie verantwortlich für die Wartung und Betriebsbereitschaft der Maschinen und Anlagen. Sie können in der Aus- und Weiterbildung eingebunden sein. Als Techniker kontrollieren Sie die Qualität der Produkte in den verschiedenen Produktionsschritten und tragen Verantwortung für die wirtschaftliche und termingerechte Auftragsabwicklung. Ein enges Zusammenarbeiten mit der Modellabteilung sichert die technische Umsetzung der Modelle schon in der Entwicklungsphase.

Im Rahmen der allgemeinen Betriebsabläufe sind Sie verantwortlich für die Einhaltung rechtlicher Rahmenbedingungen, z. B. im Bereich Arbeits- oder Umweltschutz. Zur Weiterentwicklung der Produkte gehört auch die Erprobung neuer Materialien und Entwicklung innovativer Fertigungsmethoden.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Techniker?

Die Qualifikation zum Techniker dauert 2 Jahre in Vollzeit und findet an einer fachbezogenen Ausbildungseinrichtung statt.

Wo arbeitet man als Techniker?

Techniker der Fachrichtung Schuhtechnik mit dem Schwerpunkt Betriebstechnik arbeiten hauptsächlich in Unternehmen, die Schuhe herstellen und/oder Leder verarbeiten.

Was muss man mitbringen?

Um die Qualifikation als Techniker zu erlangen, wird eine abgeschlossene Berufsausbildung aus dem Bereich der Schuhtechnik vorausgesetzt. Zusätzlich ist eine entsprechende Berufspraxis und
–erfahrung und ein mittlerer Bildungsabschluss nachzuweisen.

Was beinhaltet die Weiterbildung zum Techniker?

In den fachbezogenen Bereich fallen:

• Umgang mit betrieblichen Kenngrößen (ermitteln und auswerten)
• Gestalten und Projektieren am Computer mit CAD-Programmen
• Modellentwicklung
• Das Planen, Durchführen und Beurteilen von Fertigungsabläufen
• Das Gestalten von Arbeitssystemen und Prozessen
• Auswählen, Prüfen und Beurteilen der Werkstoffe

Mehr Infos unter
http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=5930

Techniker/in der Fachrichtung Schuhtechnik - Schwerpunkt Modellgestaltung

Was macht man als Techniker mit Schwerpunkt Modellgestaltung?

Als Schuhtechniker der Fachrichtung Modellgestaltung sind Sie für die Gestaltung neuer Schuhkollektionen verantwortlich. Sie skizzieren bzw. entwerfen Schuhmodelle nach eigenen Vorstellungen und Ideen oder vorgegebenen Konzepten. Neben aktuellen Modetrends und Kundenwünschen sind produktionstechnische Möglichkeiten des Betriebes und betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte bei der Gestaltung zu berücksichtigen. Die Wahl der Materialien für Schäfte, Sohlen und Absätze sowie die Farbgestaltung sind elementarer Bestandteil der Produktentwicklung. Zunehmend werden Schuhe am Computer mithilfe eines CAD Programms gestaltet.

Als Techniker sind Sie aber nicht nur für den Entwurf und die Gestaltung von Basismodellen zuständig, sondern auch für die produktionsreife Ausarbeitung der Schuhe. Dazu werden auf Basis des fertigen Entwurfs weitere Modelle in verschiedenen Farben und Größen angefertigt.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Techniker?

Die Weiterqualifikation zum Techniker mit Schwerpunkt Modellgestaltung dauert 2 Jahre in Vollzeit und findet an einer fachbezogenen Ausbildungseinrichtung statt.

Wo arbeitet man als Techniker?

Techniker der Fachrichtung Schuhtechnik mit dem Schwerpunkt Modellgestaltung arbeiten hauptsächlich in Unternehmen der Schuhindustrie.

Was muss man mitbringen?

Um die Qualifikation als Techniker zu erlangen, wird eine abgeschlossene Berufsausbildung aus dem Bereich der Schuhtechnik vorausgesetzt. Zusätzlich ist eine entsprechende Berufspraxis und
-erfahrung und ein mittlerer Bildungsabschluss nachzuweisen.

Was beinhaltet die Weiterbildung zum Techniker?

In den fachbezogenen Bereich fallen:
• Umgang mit betrieblichen Kenngrößen (ermitteln und auswerten)
• Gestalten und Projektieren am Computer mit CAD-Programmen
• Modellentwicklung
• Planen, Durchführen und Beurteilen von Fertigungsabläufen
• Gestalten von Arbeitssystemen und Prozessen
• Auswählen, Prüfen und Beurteilen der Werkstoffe

Mehr Infos unter
http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=5938

Sattler/in der Fachrichtung Feintäschnerei

Was sind die Aufgaben des Feintäschners?

In der Ausbildung zum Sattler der Fachrichtung Feintäschnerei, auch Feintäschner genannt, stellen Sie Handtaschen, Kleinlederwaren, wie Geldbörsen und Etuis, Koffer und Mappen, her.

Dazu gehören folgende Fähigkeiten:
• Verarbeiten verschiedener Lederarten sowie Textilien und synthetischer Stoffe,
• Entwerfen der Lederartikel,
• Fertigen von Skizzen und Schablonen,
• Auswählen der Materialien und der Einzelteile Zuschneiden,
• Schärfen der Lederkanten.
• Näharbeiten per Hand und Maschine,
• Montieren von Beschlägen und Verschlüssen.

Bei der Erstellung von Lederwaren sind auch modische und funktionale Aspekte zu beachten. Sie führen qualitätssichernde Maßnahmen durch und beachten die Arbeitssicherheit, den Gesundheits- und Umweltschutz.

Je nach Betrieb übernehmen Feintäschner auch Aufgaben in der Kundenberatung, z. B. bei der Reparatur von beschädigten Artikeln und im Verkauf.

Sattler der Fachrichtung Feintäschnerei arbeiten hauptsächlich in Betrieben der Lederwarenindustrie oder des Sattler- und Feintäschnerhandwerks.

Wie lange dauert die Ausbildung und was verdient man?

• 3 Jahre in Betrieb und Berufsschule
• Das Ausbildungsgehalt im 1. Ausbildungsjahr beträgt über 600 €/Monat. Die aktuelle Gehaltsentwicklung können Sie unter www.berufenet.de abrufen.

Wo kann man den Beruf erlernen?

Sattler und Sattlerinnen der Fachrichtung Feintäschnerei arbeiten überwiegend in Werkstätten der Lederwarenindustrie oder des Sattler- und Feintäschnerhandwerks, teilweise mit Kundenverkehr und angeschlossenem Verkaufsraum. Darüber hinaus haben sie die Möglichkeit, im Reparaturservice von Lederwarenfachgeschäften tätig zu werden.

Was muss man mitbringen?

Die meisten Unternehmen erwarten einen mittleren Schulabschluss (Real- oder Hauptschule).

Worauf kommt es an?

• Sorgfältiges, exaktes Handwerken.
• Rechnen, um Materialmengen planen zu können.
• Kreatives und selbstständiges Arbeiten.

Gibt es Alternativen oder Weiterbildungsmöglichkeiten?

Als Feintäschner kann man sich zum Sattler-/Feintäschnermeister weiter qualifizieren.
Zu dieser Berufsgruppe gehört auch die Ausbildung zum Sattler der Fachrichtung Fahrzeugsattlerei und der Fachrichtung Reitsportsattlerei.

Ähnlich sind die Ausbildungen zum Schuhmacher und zum Polsterer.

Schließlich ist auch das Studium der Lederverarbeitung und Schuhtechnik an einer Fachhochschule mit dem Abschluss Bachelor of Engineering möglich.

Weitere Infos unter
http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=35025

Unter http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/ich-machs/sattler-feintaeschner-tvvideo-100.html gibt ein Video einen Überblick zu den handwerklichen Tätigkeiten des Feintäschners.

Sattler- und Feintäschnermeister/in

Was macht man als Feintäschnermeister?

Der Sattler- und Feintäschnermeister übernimmt leitende Aufgaben in der Produktion von Sattlereierzeugnissen. Arbeitsabläufe werden festgelegt, die einzelnen Arbeitsaufgaben verteilt und Fachkräfte in die Herstellungsschritte eingewiesen. Ebenso fällt die betriebliche Ausbildung der Auszubildenden in diesen Aufgabenbereich. Der Sattler- und Feintäschnermeister sorgt dafür, dass Aufträge termingerecht und nach Wunsch der Kunden ausgeführt werden. Besonders hochwertige und anspruchsvolle Arbeiten führt der Sattler- und Feintäschnermeister oft selbst durch, er entwirft Lederartikel und fertigt aus Musterzeichnungen Modelle und Prototypen an. Je nach Betriebsgröße führt der Sattler- und Feintäschnermeister alle anfallenden Aufgaben aus.

Darüber hinaus ist der Sattler- und Feintäschnermeister für ausreichendes Material, einwandfreie  Maschinen, Geräte und Werkzeuge verantwortlich. Ergänzend kommt für die Beratung der Kunden die kaufmännische und technische Kalkulation der Aufträge hinzu. Auch die Entwicklung betriebsspezifischer Marketingkonzepte und deren Umsetzung kann zu seinen Aufgaben gehören.

In der Funktion eines Betriebsleiters entwickelt er die betrieblichen Grundsätze, bestimmt Art und Umfang der Investitionen und kontrolliert den wirtschaftlichen Erfolg des Betriebes.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Sattler- und Feintäschnermeister?

Die Dauer der Ausbildung ist davon abhängig, ob sie in Vollzeit oder Teilzeit stattfindet. Sie variiert zwischen ca. 4 bis 6 Monaten in Vollzeit bis zu etwa 17 Monaten in Teilzeit. Verschiedene Unterrichtseinheiten sind möglich.

Wo arbeitet man als Sattler- und Feintäschnermeister?

Sattler- und Feintäschnermeister arbeiten hauptsächlich in Betrieben der Lederwarenindustrie oder in Fahrzeugsattlereien.

Vorwiegend sind Sie in der Werkstatt tätig. Kunden beraten sie im Verkaufsraum. Kaufmännisch verwaltende Aufgaben erledigen sie im Büro am Computer.

Was muss man mitbringen?

Um Sattler- und Feintäschnermeister zu werden, wird eine abgeschlossene Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf vorausgesetzt.

Was beinhaltet die Weiterbildung zum Sattler- und Feintäschnermeister?

Die Weiterbildung besteht aus dem fachlich praktischen und theoretischen Teil, dem allgemeinen betrieblichen Teil und dem arbeitspädagogischen Teil.

Im fachpraktischen Teil wird ein Meisterobjekt nach Kundenauftrag hergestellt und das zugehörige Kundengespräch erarbeitet.

Im fachtheoretischen Teil werden die Handlungsfelder Fertigungs- und Montagetechnik, Auftragsabwicklung sowie Betriebsführung und –organisation unterrichtet. Im betriebswirtschaftlichen Teil werden im Rahmen der kaufmännischen und rechtlichen Verantwortung die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen beurteilt, Gründungs- und Übernahmeaktivitäten erarbeitet sowie Unternehmensstrategien entwickelt. Im berufs- und arbeitspädagogischen Teil werden mehrere Handlungsfelder eines Betriebes, wie  z. B. die Einstellung von Mitarbeitern und Auszubildenden, die Ausbildung am Arbeitsplatz, u. a. vermittelt.

Weiter Infos unter
http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=3540

Fachkraft für Lederverarbeitung

Was macht man als Fachkraft für Lederverarbeitung?

Als Fachkräfte für Lederverarbeitung stellen Sie Lederteile verschiedenster Art her. Dies können z.B. Schuhoberteile, Taschen, Kleinlederwaren, Polster- oder Autositzbezüge sein. Dazu werden so-genannte fertige Lederwarenhalbzeuge verwendet oder einzelne Lederteile zugeschnitten. Die vorbereiteten Teile werden durch Nähen, Schweiß- oder Klebeverbindungen zusammengefügt. Zier- und Spezialnähte sowie funktionelles oder dekoratives Zubehör werden an die Lederwaren angebracht. Weiter richten Sie die benötigten Maschinen und Anlagen ein, pflegen und warten sie.

Fachkräfte für Lederverarbeitung arbeiten überwiegend in Betrieben der Leder verarbeitenden Industrie, insbesondere zur Herstellung von Lederteilen oder auch ganzen Produkten, in Muster- und Serienfertigung.

Tätigkeiten der Fachkraft für Lederverarbeitung sind:
• Zusammenfügen von Schuhoberteilen und Lederwarenhalbzeugen,
• Zuschneiden und Vorrichten von Leder sowie Werk- und Hilfsstoffen,
• Verbindungen durch Nähen, Schweißen und Kleben herstellen,
• Dekoratives und funktionelles Zubehör anbringen,
• Maschinen und Anlagen bedienen,
• qualitätssichernde Maßnahmen ergreifen,
• Beachten von Grundsätzen der Arbeitssicherheit, des Gesundheits- und Umweltschutzes und der Kundenorientierung.

Wie lange dauert die Ausbildung und was verdient man?

• 2 Jahre in Betrieb und Berufsschule
• Im 1. Ausbildungsjahr verdient man zwischen 540 € und 640, im 2. Jahr zwischen 580 € und 670 €

Wo kann man den Beruf erlernen?

In Unternehmen, die ganze Schuhe oder Teile von Schuhen herstellen sowie in Betrieben der Leder und Synthetik verarbeitenden Industrie und in Sattlereien.

Was muss man mitbringen?

Die meisten Unternehmen erwarten einen Schulabschluss (Real- oder Hauptschule). Rechtlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben.

Spaß an handwerklicher Tätigkeit. Interesse am Leder.

Worauf kommt es an?

• Sorgfältiges Handwerken, Nähen, Zubereiten von Lederteilen, Maschinen einrichten und bedienen.
• Rechnen: Die Grundrechenarten, um Materialmengen zu planen.
• Fähigkeiten im Werken sind von Vorteil.

Gibt es Alternativen oder Weiterbildungsmöglichkeiten?

Ähnlich ist die Ausbildung zum Schuhfertiger und Sattler. Die Ausbildung ist allerdings 3-jährig. Auch die Ausbildung zur Modenäherin (2-jährig) hat ähnliche Anforderungen.

Weitere Infos unter
http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=90009

Viele bekannte Marken stammen von deutschen Unternehmen.

Es gibt noch einige weitere Berufe/Tätigkeiten in der Schuh- und Lederwarenbranche, die den beschriebenen Berufen ähnlich sind, jedoch teilweise andere Anforderungen oder spezielle Segmente z. B. Handwerk und Verkauf im Produktbereich Schuhe und Lederwaren, bedienen.

Dies sind z. B. (Auswahl):
• Fachverkauf für Schuhe oder Lederwaren
• Helfer in der Schuh-, Leder-, Lederwaren-, Pelzverarbeitung
• Schuster / Schuhmacher (Orthopädieschuhmacher, Schäftemacher, Lederherstellung)

Weiterführende Bildung, die in der Schuh- und Lederwarenbranche möglich sind (beruflicher Aufstieg - Auswahl):
• Fach- und Betriebswirt
• Fachkraft Arbeitssicherheit
• Ausbilder
• REFA-Techniker

Studiengänge an Hochschulen in Vollzeit oder als Duales Studium (Auswahl)
• Lederverarbeitung und Schuhtechnik – Produkt- und Prozessengineering
• Textilbetriebswirt Fachrichtung Schuhe
• Textil-, Modedesign
• Produkt-, Industriedesign
• Produktionstechnik
• Industriebetriebswirtschaft

Detaillierte Informationen zu den Inhalten der Studiengänge sind von den anbietenden Hochschulen erhältlich.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, www.berufenet.de

DSF - Deutsche Schuhfachschule

Die Deutsche Schuhfachschule ist als staatliche Fachschule ein Bildungsgang der öffentlichen Berufsbildenden Schule Pirmasens (BBS). Die Absolventen können den berufsqualifizierenden Abschluss im Sinne einer Fort- und Weiterbildung zum „Staatlich geprüfter Techniker Schuhtechnik bzw. Modelleur“ erwerben. Dieser Abschluss berechtigt in Rheinland-Pfalz zum Studium an der Fachhochschule.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

Deutsche Schuhfachschule
Berufsbildende Schule Pirmasens
Adlerstraße 31, D-66955 Pirmasens
Tel.: +49 6331 2401-0
E-Mail: DSF(at)BBSPirmasens.de
http://www.bbspirmasens.de

ISC - International Shoe Competence Center

Das ISC-Pirmasens feierte am 19. Juni 2008 seine Eröffnung. Es ist eine Tochtergesellschaft des weltweit renommierten Prüf- und Forschungsinstituts Pirmasens e. V. (PFI), des Bundesverbandes der Deutschen Schuh- und Lederwarenindustrie e.V. (HDS/L) und der Stadt Pirmasens. Es ist ein Kompetenzzentrum für alle Fragen rund um Leder und Schuh, von Materialien und Maschinen über die Fertigung bis hin zu Marketing und Verkauf. Das Programm wird permanent ausgebaut.

Die Leistungen des ISC auf einen Blick:

• Aus- und Weiterbildung
• Internetbasierende Wissensdatenbank
• Branchenforum
• Forschung und Entwicklung
• Musterproduktion

Weil die Praxis im Mittelpunkt der Ausbildung steht, verfügt das ISC über eine hochmoderne kleine Fertigungsstraße, die zu Schulungszwecken, zur Musterfertigung sowie zur Erprobung neuer Methoden dient.

Als weitere Tätigkeitsfelder wird das ISC Forschungs- und Entwicklungsaufträge annehmen, es erarbeitet Datenbank- und Expertensysteme und bietet Dienstleistungen wie Marketing sowie Material- und Produktprüfungen an.

ISC - International Shoe Competence
Center Pirmasens gGmbH
Marie-Curie-Str. 20
66953 Pirmasens
Tel.: +49 6331 145334-0
Fax: +49 6331 145334-30
www.isc-pirmasens.de
E-Mail: info(at)isc-pirmasens.de

FH Kaiserslautern, Standort Pirmasens

Am Campus Pirmasens werden im Fachbereich Angewandte Logistik- und Polymerwissenschaften folgende Bachelorstudiengänge angeboten:

• Angewandte Pharmazie
• Produkt- und Prozess- Engineering
• Technische Logistik
• Logistics - Diagnostics and Design
• Masterstudiengang Logistik und Produktionsmanagement

Weitere Informationen zur FH finden Sie auf der Website der FH Kaiserslautern.

LDT Nagold, Fachakademie für Textil & Schuhe

Am Campus der LDT Nagold werden folgende Studiengänge und Kurzstudiengänge angeboten:

• Textilbetriebswirt BTE Fachrichtung Schuhe (Dauer: 4 Semester)
• Textilbetriebswirt BTE Fachrichtung Schuhe (Duales Studium mit einer Dauer von 30 Monaten)
• Schuhfachwirt LDT (Dauer: 10 Wochen innerhalb eines Jahres).

In Kooperation mit Partnerhochschulen in Deutschland, England, Holland, USA und weiteren Ländern können LDT Absolventen akademische Abschlüsse wie folgt erlangen:

• Bachelor (Hons) International Business Management
• Bachelor of Science
• BBA International Business Management
• BBA economic mit Vertiefungsrichtung Fashion Business Management

und im Anschluss daran:

• MBA General Management
• MBA Strategic Management

bis hin zur Promotion (an der Steinbeis-Hochschule Berlin).

Weitere Informationen zur LDT Nagold finden Sie unter www.ldt.de     

Folgende Berufsschulen bieten den Ausbildungsgang zum Sattler Fachrichtung Feintäschnerei an:

Bayern (Kelheim)
Staatliche Berufsschule Kelheim
- Außenstelle Mainburg
Ebrantshauser Str. 2
84048 Mainburg
Tel.: +49 8751 86620
Fax: +49 8751 866242
BW, BY, HE, RP, SL

Nordrhein-Westfalen (Herford)
Anna-Siemsen-Berufskolleg
des Kreises Herford
Hermannstr. 9
32051 Herford
Tel.: +49 5221 132901
Fax: +49 5221 132949
NW, NI

Schleswig-Holstein (Kellinghusen)
Regionales Berufsbildungszentrum
des Kreises Steinburg, AöR
Landesberufsschule für das Raumausstatter-
und Sattlerhandwerk
Am Markt 1-5
25548 Kellinghusen
Tel.: +49 4822 378860
Fax: +49 4822 378861
HH, MV, NI, SH

Thüringen (Hermsdorf)
Staatliches Berufsschulzentrum
Hermsdorf
Rodaer Str. 45
07629 Hermsdorf
Tel.: +49 36601 47402
Fax: +49 36601 47400